Film / Dokumentation

Stöff Gerber (Kamera, Regie) und Cyril Hassler (Ton, Mastering) begleiten die Probenwoche und das erste Konzert von Solo:special. Das Bild- und Tonmaterial der musikalischen Proben wird ergänzt durch Interviews mit allen Beteiligten und einem sensiblen Blick in die Lebenswelt der Werksiedlung und ihrer BewohnerInnen. Das Endprodukt wird ein Film, der Format und Qualität hat, in die Auswahlverfahren verschiedener Festivals zu gelangen.

 

Filmteam

Stöff Gerber
Kamera / Regie / Schnitt

Cyril Hassler
Filmton / Bühnenmix / Mastering

 

Stöff Gerber zum Filmprojekt Solo:special

Synopsis
SOLO:SPECIAL begleitet BewohnerInnen der Werksiedlung in Renan, die als SolistInnen gemeinsam mit professionellen Musikern auf die Bühne treten. Zwischen Proben in der Werksiedlung, Improvisation und Konzert entsteht ein intimer Blick auf musikalischen Ausdruck, Verletzlichkeit und die Kraft gemeinsamer Präsenz. Der Film beobachtet, wie aus Unsicherheit, Rhythmus und spontanen Momenten eine eigene Form von Freiheit entsteht.
In der Werksiedlung in Renan treffen Menschen aufeinander, die sich über Sprache allein kaum begegnen würden. BewohnerInnen der Siedlung improvisieren gemeinsam mit einem professionellen Trio - ohne festes Drehbuch, ohne vorgegebene Rollen, getragen allein von Aufmerksamkeit, Rhythmus und gegenseitigem Vertrauen.
Die Proben finden direkt in der Werksiedlung statt. Aus diesen Begegnungen entwickelt sich schrittweise ein Bühnenprogramm, in dem die Teilnehmenden als SolistInnen auftreten und ihren eigenen musikalischen Ausdruck finden.
SOLO:SPECIAL begleitet mehrere BewohnerInnen zwischen Alltag, Probe und Bühne. Während Töne gesucht werden und unerwartete Momente entstehen, entwickelt sich eine besondere Form musikalischer Kommunikation. Die Grenzen zwischen Konzert, Performance und persönlichem Ausdruck beginnen zu verschwimmen.
Der Film nähert sich den Beteiligten beobachtend und ohne erklärenden Kommentar. Nicht die Diagnose steht im Zentrum, sondern die Präsenz der Menschen: ihre Nervosität vor dem Auftritt, ihre Freude am Klang, ihre Konzentration, ihr Humor und ihre Verletzlichkeit.
Zwischen stillen Beobachtungen und intensiven Live-Momenten entsteht ein atmosphärischer Dokumentarfilm über Improvisation, Teilhabe und die Kraft von Musik als unmittelbare Form menschlicher Begegnung.

Regiestatement
Mit SOLO:SPECIAL möchte ich keinen klassischen Film über Behinderung machen. Mich interessiert vielmehr, was auf der Bühne zwischen Menschen entsteht: Konzentration, Risiko, Unsicherheit, Vertrauen und Ausdruck.
Während der Dreharbeiten hat mich besonders berührt, wie unmittelbar Musik in diesem Projekt funktioniert. Viele Momente lassen sich nicht planen oder kontrollieren. Genau darin liegt ihre Kraft. Wenn Improvisation gelingt, entsteht etwas Echtes - oft roh, fragil und gleichzeitig sehr präsent.
Der Film versucht, diesen Zustand sichtbar zu machen. Ich möchte den Beteiligten mit Nähe und Respekt begegnen, ohne sie zu erklären oder zu inszenieren. Die Kamera beobachtet, hört zu und bleibt offen für spontane Situationen. Dabei interessiert mich weniger Perfektion als Wahrhaftigkeit.
Formal orientiert sich der Film an einer ruhigen, beobachtenden Bildsprache. Nähe entsteht über Zeit, Blicke, Pausen, Atem, Musik und Körpersprache. Die Konzerte sollen nicht nur dokumentiert, sondern physisch spürbar werden. Deshalb spielt auch das Sounddesign eine zentrale Rolle.
SOLO:SPECIAL ist für mich ein Film über Präsenz - darüber, was passiert, wenn Menschen gemeinsam einen Raum öffnen, in dem Ausdruck wichtiger wird als Kontrolle.